Ernährungswende
| Von umweltundenergie @ 08:38 | [ Allgemein ] |
Was zunächst nur wie Respektlosigkeit gegenüber Lebensmitteln aussieht, ist vielmehr ein unseliges Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, so sieht es Joao Ameida. Er zeigte in seiner Master-Studie in Sustainable Development an der Uni Basel auf, dass jährlich ein Drittel an essbaren Lebensmitteln für die Schweiz* im Abfall landet oder vergärt, kompostiert oder verbrannt wird.
In dem kürzlich angelaufenen Kinofilm 'Taste the Waste' geht es um das ganze Ausmass der Lebensmittelverschwendung rund um den Globus: Während in vielen Teilen der Welt Menschen mit Mangelversorgung und Unterernährung zu kämpfen haben, und selbst Grundnahrungsmittel kaum verfügbar sind, werden KonsumentInnen hierzulande von Billigangeboten und einer scheinbar grenzenlosen Produktvielfalt überschwemmt, von dem ein Grossteil dann im Müll landet.
Die Autoren des Buches 'Die Essensvernichter' haben berechnet, dass wir mit der Halbierung des Lebensmittelmülls ebenso viele Klimagase sparen würden, wie wenn jedes zweite Auto stillgelegt werden würde. Ihr Lösungsvorschlag lautet: sparsamer leben, Energien effizienter und Böden nachhaltiger nutzen und bewusster mit sich und der Umwelt umgehen. Auch das EU-Parlament fordert am letzten Donnerstag 19. Januar nun auch dringend Maßnahmen, um die Lebensmittelverschwendung in der EU bis 2025 um die Hälfte zu verringern.
Für eine bäuerliche nachhaltige und gesunde Landwirtschaft demonstrierten am vergangenen Samstag, 21. Januar in Berlin Zehntausende von VerbraucherInnen, BäuerInnen, Tier- und UmweltschützerInnen, entwicklungspolitische Organisationen und kirchliche Verbände. Sie forderten anlässlich der Internationalen Landwirtschaftsmesse 'Grüne Woche' eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik.
Die Nachrichten über Lebensmittelskandale und Fehl-und Mangelernährung reissen nicht ab. Braucht es nach der Energiewende nun eine Ernährungswende?

*Derzeitige Verschwendung in der EU: 89 Mio. t pro Jahr (179 kg pro Kopf)
Prognose für 2020 (bei anhaltendem Trend): 126 Mio. t pro Jahr (40 % Zuwachs)
(Quelle: Europäische Kommission)












