2014-04-08

Im Boden versunken

Von umweltundenergie @ 12:05 [ Abfall ]
Wie sind die Wellen doch hochgegangen, damals vor sechs Jahren. Die Diskussion über Unterflurcontainer hat in Basel für Zündstoff gesorgt, wie sonst nirgendwo. Parkplatzverlust, Baustellenchaos und besorgte Stimmen von Betagten. Angst vor Abfalltourismus, Lärm und Gestank beschäftigte die Basler und Baslerinnen über Wochen. Die Neverending-Story vom Basler Abfall war noch lange ein grosses Thema in den Medien und in jeder Kaffeerunde.

Und heute im Jahr 2020? Kehrichtsäcke an den Strassenrändern gehören der Vergangenheit an. Die Containerstationen sind überall in der Stadt verteilt und leicht erreichbar - und was viele nicht ahnten: In unserer Strasse ist der Container zu einem kleinen Nachbarschafts-Treffpunkt geworden! Findige, kreative Anwohner und Anwohnerinnen haben das Problem zur Chance gemacht und neben dem Container ein kleines Hochbeet eingerichtet, bepflanzt mit einem Haselnusstrauch und einem Duftpflanzenbeet. Dazu gesellte sich irgendwann eine kleine Bank, und auch die Älteren waren bald Feuer und Flamme für den willkommenen Ruheort und kümmern sich seitdem um «ihren» Platz. Sogar eine kleine Pinwand ist zu finden, mit Inseraten für Gebrauchtes.

Wer jetzt den Abfall runtertragen darf, kann sich freuen: Denn die Chance ist gross, die sympathische Nachbarin von Gegenüber oder den interessanten Nachbarn von Nebenan zu treffen – sei es am Tag oder am Abend! Und die Jungen nehmen gleich auch den Abfallsack der betagten Nachbarin mit; sie muss ihn nur noch vor die Wohnungstüre stellen. Die gute Nachricht: Das Beispiel hat dann später Kreise gezogen – natürlich wollten auch andere Anwohner so einen «Abfallcontainer-Marktplatz» haben. Wer hätte damals im 2014 gedacht, dass die Chance für eine gelungene Nachbarschaft unter der Erde liegt?

Gefällt Ihnen die Geschichte? Welche Szenarien und Entwürfe fallen Ihnen dazu noch ein?
Treffpunkt Unterflurcontainer
Treffpunkt Unterflurcontainer

2014-03-24

Earth Hour 2014 - in Basel und weltweit

Von umweltundenergie @ 09:31 [ Allgemein ]
Am Samstag, 29. März 2014 ist «Earth Hour». Dann werden wieder tausende Städte rund um die Welt für eine Stunde die Beleuchtung ihrer Wahrzeichen ausschalten. Im Dunkeln bleiben von 20.30 bis 21.30 Uhr Ortszeit das Empire State Building in New York, der Eiffelturm in Paris, die Niagarafälle - und das Basler Münster.

Auch Basel zeigt sein Engagement für Klima und Umwelt. Am Rathaus, Kunstmuseum, Spalentor, den Basler Brücken, verschiedenen Kirchen und Brunnen und weiteren öffentlichen Gebäuden geht für eine Stunde das Licht aus. Wer live dabei sein möchte, sollte sich das Datum jetzt in die Agenda eintragen.

Die Aktion soll nicht nur ein Zeichen setzen, sondern weltweit Menschen dazu bewegen, umweltfreundlicher zu leben und zu handeln – weit über die sechzig Minuten hinaus. Ein Wettbewerb, ein Flashmob mit Kerzen, ein Podium - welche begleitenden Aktionen schlagen Sie für Basel vor?
Samstag, 29.3., 20.30 Uhr: Licht aus fürs Klima
Samstag, 29.3., 20.30 Uhr: Licht aus fürs Klima

2014-02-19

4seasons – Eine nachhaltige Ernährung für Studierende

Von umweltundenergie @ 11:50 [ Allgemein ]
Gastbeitrag von Leonore Wenzel, Lina Sandrin, Salome Thommen und Moana Woodtli, Studentinnen des Studienganges Nachhaltigkeit, Biologie und PsychologieInitiatorinnen von 4seasonsErdbeeren im Winter, exotische Früchte aus aller Welt und normiertes Gemüse in den Verkaufsregalen: Ein Drittel des ökologischen Fussabdrucks des Schweizer Otto-Normal-Verbrauchers wird durch die Ernährung verursacht. Das Projekt „4seasons“ des Studienganges Nachhaltigkeit der Universität Basel setzt genau dort an und rückt das alltägliche Thema Ernährung in den Fokus.

Im letzten Semester stand die Verarbeitung von saisonalen Lebensmitteln im Vordergrund, ergänzt durch Seminare zum Thema Ernährung und Psychologie. Im aktuellen Frühlingssemester wird nachhaltige Ernährung erlebbar gemacht: Besonders alltagsnah und ungewöhnlich ist zum Beispiel die dezentrale Mensa 2.0 von Studenten für Stundenten. Für fünf Franken kann man entweder bei sich zu Hause für Gleichgesinnte à la Saison mitkochen oder man meldet sich spontan per Internet bei anderen zum Mitessen an.

Ausserdem wird eine Wildkräuter- und Blütenwanderung angeboten, Inputs zu Psychologie der Nachhaltigkeit, Evolution und Ernährung sowie bodenkundlichen Untersuchungen urbaner Anbauflächen.

Die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) und die Universität Basel unterstützen das Projekt finanziell im Rahmen eines Förderprogramms für Nachhaltigkeit an den Schweizerischen Universitäten. Initiiert wurde es von vier Studentinnen der Uni Basel. Im gleichen Förderprogramm wurde das Projekt Nuglar-Gärten lanciert: Langfristig sollen in Nuglar zwölf gemeinschaftlich, biologisch-dynamisch und nach permakulturellen Prinzipien bewirtschaftete Gärten mit Gemüse und Getreide sowie Obst- und Beerenhaine entstehen.

Gefällt es Ihnen, dass sich Studierende darum kümmern, was man isst? Wie wichtig ist es Ihnen das zu essen, was die aktuelle Jahreszeit anzubieten hat? Würden Sie selber auch gern hin und wieder zu einem saisonalen Mittagstisch eingeladen werden z.B. von Kollegen, Nachbarinnen oder Bekannten?

2014-02-05

Kosmetik zum Abwinken

Von umweltundenergie @ 08:31 [ Allgemein ]
Sie heissen zum Beispiel «Eiskönigin Ella», «Dreamgirl» oder «Rosanna's Avatar-Schminkset». Es geht um Kinder-Kosmetika - oft als harmlos aussehende Werbegeschenke in Zeitschriften für Mädchen beigelegt. Doch die attraktiv verpackten Schminksets mit Lippenstift, Lidschatten, Nagellack und Co. haben es in sich.

Kürzlich hat das Kantonale Labor Basel-Stadt Kinderkosmetika auf Inhaltsstoffe, wie Farbstoffe, Konservierungsstoffe, allergene Duftstoffe, kurzkettige Mineralöle und ihre Kennzeichnung untersucht. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Von 56 Proben mussten mehr als die Hälfte beanstandet werden, sechs Produkte wurden ganz aus dem Verkehr gezogen. Vor allem Lippenstifte und Nagellacke waren nicht in Ordnung. Lipgloss und Lippenstifte enthielten verbotene Farbstoffe, Lidschatten enthielt Sulfonamide, die als Weichmacher in Lacken eingesetzt werden, und in Tattooschreiber wurden zu hohe Mengen von krebserrregenden Nitrosaminen nachgewiesen. Farbstoffe waren erst gar nicht deklariert. Die Produkte stammen von Herstellern in Fernost.

Dass der Grenzwert von Konservierungsstoffen in einem Nagellack rekordverdächtig überschritten wurde, lässt besonders aufhorchen. Denn von einigen dieser Konservierungsmittel ist bekannt, dass sie das Hormonsystem beeinflussen können – besonders bei Kleinkindern sowie Teenagern und bereits bei niedrigen Dosen.

Wer sein Kind an der Fasnacht schminken will, sollte also die Finger vom "Karneval-Make-up-Set" made in China lassen. Ob fürs Kind oder sich selbst: Sollten wir uns Kosmetika bald ganz abschminken? Welche Alternativen sehen Sie?
Ungeschminkt die Fasnacht geniessen
Ungeschminkt die Fasnacht geniessen. Foto: Juri Weiss/bs.ch

2014-01-15

Eine Frage der Verhältnismässigkeit

Von umweltundenergie @ 14:50 [ Abfall ]
Zu früh herausgestellte Abfallsäcke sind ein Dauerthema in unserer Stadt - und immer öfter Stein des Anstosses. In der Weihnachtszeit sind Dutzende Beschwerden beim AUE eingegangen. Weil sie das Auge stören, stinken oder sich Katzen, Marder, Krähen und Ratten daran zu schaffen machen. Und die Zahl der tagelang herumliegenden Bebbisäcke nimmt immer mehr zu.

Seit Sommer 2012 geht das AUE das unerfreuliche Problem der zu früh herausgestellten Abfallsäcke aktiv an: Abfallkontrolleure öffnen und durchsuchen die schon lange herumliegenden sowie die illegalen, also unbezahlten Abfallsäcke, um den Verursacher zu identifizieren. Meist finden sie auch ein Beweismittel, das auf den Müllerzeuger hindeutet. Ist die Suche erfolgreich, wird eine Busse von 50 Franken für die unzeitige Bereitstellung und von 200 Franken für illegalen Abfall erteilt.

Kurz nach Weihnachten schaltete sich der Basler Datenschutzbeauftragte ein. Die Rechtsgrundlagen für die Kontrolle seien zwar vorhanden, es sei aber nicht verhältnismässig, dass Abfallsäcke geöffnet werden, die bloss ein paar Stunden zu früh bereitgestellt wurden. Verschiedene Medien nahmen das Thema auf. Das AUE und der Datenschutzbeauftragte sind sich aber einig: Eine Intervention ist nur dann angebracht, wenn der Sack tagelang oder das ganze Wochenende von z.B. Freitagabend bis zur Abfuhr am Dienstag herumliegt.

Wären Sie Justitia, die Göttin des Rechtsfriedens, was käme Ihrer Meinung nach auf die beiden Waagschalen? Wie wichtig ist Ihnen das öffentliche Interesse an Sauberkeit, Ordnung und Hygiene? Wieviel zählt Ihre private Freiheit im Umgang mit ihrem Abfallsack? Was ist Ihrer Meinung nach verhältnismässig?
Justitia im Basler Rathaus
Justitia an der Wendeltreppe im Vorzimmer des Regierungsratssaals
Foto: Juri Weiss/bs.ch

2013-12-19

Es hat geklappt

Von umweltundenergie @ 13:44 [ Abfall ]
Erinnern Sie sich noch an Herrn Lehmann aus dem Neubad? Eine Bio-Klappe für sein organisches Material aus Küche und Garten wäre ihm hochwillkommen. Denn mit seinen 85 Jahren fällt ihm das Kompostieren in seinem Einfamilienhaus-Garten immer schwerer. Wir hatten im März dieses Jahres schon einmal über ihn berichtet.

Herr Lehmann und viele andere Fans der Bio-Klappe können sich nun freuen. Der Pilotversuch war erfolgreich. Jetzt werden die Bio-Klappen weiter geführt. Und wenn sie sich im normalen Betrieb bewähren, soll das Angebot noch ausgebaut werden.

Eine Umfrage ergab, dass unter den Benutzerinnen und Benutzern viele Ein- und Zwei-Personenhaushaltungen sind, die ihre Bio-Abfälle vorher nicht getrennt hatten. Die meisten finden die Bio-Klappe sinnvoll und gut für die Umwelt.

Wenn Sie die Wahl hätten: Würden Sie kompostieren, wenn Sie eine Möglichkeit hätten? Oder bevorzugen Sie die Bio-Klappe?
Bioklappe mit Chip-Einwurf
Bioklappe mit Chip-Einwurf: Nicht umsonst, dafür bequem.

2013-11-20

Wintersport, wie wir ihn kennen: Bald nur noch Geschichte?

Von umweltundenergie @ 09:03 [ Allgemein ]
In tief verschneiten Schweizer Berglandschaften snowboarden, skifahren oder Touren machen – auch in Zukunft noch; dafür setzt sich eine Vereinigung passionierter junger Naturfreundinnen und –freunde ein. Sie machen sich Sorgen wegen der Folgen der Klimaerwärmung - und der damit verbundenen Zerstörung der Grundlagen für den Schneesport. Was, wenn sich die Schneefallgrenze bis ins Jahr 2050 wegen der Klimaerwärmung um 300 Meter nach oben verschiebt? Werden begeisterte Schneesportler dann dem Schnee in den Kaukasus oder nach Kanada hinterherfliegen?

Im Winter 2012/2013 hat das Schweizer Team «Ride Greener» mit dem Snowboardprofi Reto Kestenholz den ersten klimafreundlichen Snowboard- und Skifilm «Steps» produziert. Dafür sind sie einen für die Actionfilm-Branche unüblichen Weg gegangen: sie haben vor der eigenen Haustür in den Walliser Alpen gefilmt, haben das ganze Equipment zu Fuss und mit dem öffentlichem Verkehr transportiert und machten ihre Aufnahmen vom Gleitschirm aus statt mit Helikopter und Schneemobil.

Der Action- und Dokumentarfilm «Steps» zeigt, dass Schneesport im Einklang mit der Natur möglich ist und hinterfragt das eigene Handeln rund um den Wintersport. Seit letzter Woche ist der Film in Europa und in den USA auf Tournee; am 20. November konnte man ihn auch im Basler Kino Rex sehen.

Eine weitere Kinoempfehlung: PEAK, ein international preisgekrönter Dokumentarfilm von Hannes Lang über die Schattenseiten unseres aktuellen Wintertourismus - mit anschliessender Podiumsdiskussion mit Benedikt Loderer, Stadtwanderer, Marcel Liner, Pro Natura Schweiz und Christoph Egger, Direktor der Schilthornbahn AG. Mittwoch, 11. Dezember, 18.15 im kult.kino atelier in Basel (Theaterstrasse 7).

Wie stellen Sie sich Winterferien im Einklang mit der Natur vor? Was stört Sie schon lange beim Wintersport und sollte sich Ihrer Meinung nach ändern?
Tiefschneefahren
Natur mit Mensch
Foto: F. Schwager

2013-10-30

Geballte Erlebnisenergie

Von umweltundenergie @ 17:03 [ Energie ]
Das Erlebniszentrum von Basel ist derzeit die Herbstmesse mit ihren einschlägigen Plätzen und Bahnen. Kinder und Jugendliche können aber ihre Entdecker- und Erlebnisfreude auch noch an den diesjährigen Basler Energieerlebnistagen im Bildungszentrum 21 entfalten.

Wie bei der Basler Herbstmesse geht es auch dort ums Messen, Fühlen und Erleben – aber ebenso ums Diskutieren, zum Beispiel über Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit: Beim Rollenspiel am Fischteich ist man ein Fischer oder eine Fischerin, der oder die eine Familie ernähren muss. Wie im echten Leben bleibt der Fischbestand nur dann im Gleichgewicht, wenn der Teich nicht überfischt wird. Doch wie fair bleibe ich selber, wenn mir als Belohnung ein Kinoticket winkt, sofern ich am Schluss die meisten Fische gefangen habe? Oder braucht es da andere Regeln?

Auch ohne gross rechnen zu müssen, gibt es immer wieder Aha-Erlebnisse. Jedes Kind stellt seinen Stuhl in die Mitte des Zimmers. Die Stühle symbolisieren die weltweit vorhandenen Energieressourcen. Während eine Amerikanerin auf 5 Stühlen sitzt, muss der Afrikaner stehen, und die Asiaten können nur zur Hälfte sitzen. Es leuchtet auch Kindergartenkindern ein, dass das nicht gerecht ist.

Natürlich kann man auch mit dem Tret-Velo im wahrsten Sinne des Wortes Energie erfahren und am eigenen Leib spüren, was es bedeutet, Strom zum Mixen eines Milchshakes selber herzustellen. Und wenn jemand später an der Herbstmesse auf dem Kettenkarrussel sitzt und darüber sinniert, was es braucht, um das Riesenrad oder den Crazy Carpet anzutreiben, ist wohl der Beweis erbracht, dass Umweltbildung lebensnah sein und begeistern kann.

Welche Erfahrung ging Ihnen als Kind am meisten unter die Haut? Welches Energie-Experiment hat sie selber am meisten beeindruckt?
Eigene Energie im Körper spüren
Eigene Energie im Körper spüren (Foto: Ökozentrum Langenbruck)

2013-09-25

Bedingungslos schenken

Von umweltundenergie @ 09:18 [ Allgemein ]
'Wir alle haben Dinge, die wir nicht mehr brauchen, die aber zu schade zum Wegschmeissen sind'. So könnte man die Idee des ersten Basler Tauschkastens zusammenfassen. Inzwischen blicken die Erfinderinnen des nachbarschaftlichen Marktplatzes an der Güterstrasse 244 auf eine fast einjährige Erfahrung zurück. Die Gundelianer und Gundelianerinnen haben dort so viel getauscht, dass die freiwilligen Helferhände nicht mehr mitkamen. Am 24. September präsentierte das Baubüro in situ AG einen neuen, redimensionierten, mobilen Tauschkasten.

In der telefonzellengroßen Gabenkiste kann jeder seinen aussortierten Hausrat verschenken. Gebrauchte überzählige Regenschirme, die ausgediente Gluggerbahn vom Sohn, Bücher, DVD's, Kaffeetassen und Küchengeräte warten in der Geschenke-Bude auf neue Besitzer. Wer etwas entdeckt, das ihm gefällt, darf es ohne Gegenleistung mitnehmen.

Das Projekt stärkt die Nachbarschaft, hilft anderen Menschen, befreit von Krempel – und setzt dabei auf Nachhaltigkeit: weniger Abfall und weniger neuproduzierte Waren sind die sympathischen Begleiterscheinungen des Tauschens. Unter dem Motto 'nimm & bring' macht sich der Geschenke-Kasten nun auf die Tour de Bâle. Er soll ein, zwei Wochen an einem Standort verweilen und später wieder weiterziehen, zum nächsten Strassenfest, in eine andere Strasse, ins nächste Quartier.

Was haben Sie an Brauchbarem noch in Ihrem Keller? Würden Sie eine flexible 'Gabenkiste' für eine Weile vor Ihrer eigenen Haustüre beherbergen? Was halten Sie vom Prinzip 'bring&nimm' auf Rädern?
Der Tauschkasten ist ab sofort geöffnet
Ab sofort wieder geöffnet: Der mobile Tauschkasten

2013-09-17

Leben auf grossem Fuss

Von umweltundenergie @ 09:00 [ Allgemein ]
2012 hat die Weltbevölkerung das 1,5 fache dessen verbraucht, was die Biosphäre regenerieren kann. Seit August diesen Jahres leben wir laut «Global Footprint Network» auf Kosten der Natur - und zehren das Naturkapital der Erde auf.

Der ökologische Fussabdruck ist ein weltweites Buchhaltungssystem für Ressourcen. Vor 10 Jahren gründete der Basler Mathis Wackernagel das datengestützte Messinstrument. Die Kalkulation zeigt alljährlich, wie weit wir die Grenzen überschreiten, die uns die Natur vorgibt. Der ökologische Fussabdruck der Schweiz ist viermal so gross wie ihre Biokapazität.

Wir sollten dem Naturreichtum genauso viel Beachtung schenken, wie zum Beispiel dem Aktienmarkt oder dem Bruttosozialprodukt, schreibt Wackernagel. Denn Wälder, Böden, Luft und Gewässer tolerieren Verschmutzung und Übernutzung für eine Weile, aber nicht dauerhauft.

Die von Global Footprint bereitgestellte wissenschaftliche Basis sowie entsprechende Lösungsansätze sollen einen breiten gesellschaftlichen Wandel hin zur Nachhaltigkeit anstossen. Das Footprint-Network möchte mit seiner Arbeit ausdrücklich kein schlechtes Gewissen machen, sondern 'realistische Träume' entwerfen, die sich umsetzen lassen, sagte Wackernagel kürzlich in Basel. Seine Vision: Eine Welt, in der wir die ökologische Kapazität der Erde schützen und pflegen, statt sie aufzubrauchen.

Wie verhindern wir einen ökologischen Konkurs? Welchen 'realistischen Traum' möchten Sie selber am liebsten wahr machen? Was sollen wir hier in Basel konkret tun?
Grosser Hunger auf Ressourcen
Grosser Appetit auf Ressourcen.
Foto: Sarah Weisshaupt/ WWF Schweiz

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