2012-04-17

Stadt hören und staunen!

Von umweltundenergie @ 08:46 [ Lärm ]
Auf der Website von Linz Tourismus findet man nicht nur Hinweise auf Sehenswürdigkeiten wie das Linzer Schloss oder das Mozarthaus. Man höre (!) und staune, es gibt auch eine Vielzahl von Angeboten zu "Hörenswürdigkeiten", wie Klanginstallationen, Orgelkonzerten, Hörstadt-Spaziergänge und Themenworkshops. Ausserdem wird der Ruhe ein besonderer Raum gewidmet, wie im Mariendom, dem grössten Dom Österreichs. Linz, die Kulturhauptstadt Europas 2009, ist wohl die weltweit erste Stadt mit Leitlinien für ihre akustische Entwicklung weg von Dauerbeschallung und Lärm im öffentlichen Raum.

Das Wegfallen von Ruhezeiten und Ruheorten passiert schleichend, aber kontinuierlich überall und auch in Basel. Gleichzeitig ist die akustische Belastung in den letzten Jahren nachweislich gestiegen. Tatsache ist: Das Ohr hört immer mit. Das bewirkt Stress und kann in der Folge davon zu Gesundheitsstörungen führen. So gehen ein Drittel aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Lärmbelastungen zurück.

Umso wichtiger ist es, dass wir ab und zu eine Ruhe-Insel aufsuchen können. Am diesjährigen Internationalen Tag gegen Lärm macht das Amt für Umwelt und Energie mit einer speziellen Aktion auf die Lärmproblematik aufmerksam. Interessierte können sich am Mittwoch, 25. April und am Sonntag, 29. April einem Klangspaziergang mit Klangkünstler und Musiker Andres Bosshard anschliessen. Sie werden einen ungewöhnlichen Zugang zur Wahrnehmung des Basler Hörklimas an ausgewählten Orten erleben. Die Hörenswürdigkeiten sind auf einer Karte dargestellt und können auch jederzeit alleine besucht werden.

Nervt Sie die akustische Dauerberieselung von der Käsetheke bis zum Klo? Wie wichtig sind Ihnen Ruheräume und -zeiten im öffentlichen Raum? Oder gehört für Sie ein gewisser Lärmpegel von Strassen- und Stadtgeräuschen zur urbanen Lebensweise einfach dazu?
Zeitungsleserin
Ruheort am Rhein

2012-04-10

Hommage an mein Fahrrad*

Von umweltundenergie @ 10:40 [ Umwelt & Verkehr ]
Winterpause kennt mein Fahrrad ja nicht. Es hält auch bei Minustemperaturen durch und muss einfach mit mir mitkommen, egal ob es schneit, das Thermometer minus 10 Grad zeigt oder ob es Eis hagelt (naja, dann will ich vielleicht auch nicht mehr). Ohne mein geliebtes Fahrrad geh ich ja schon gar nicht mehr aus dem Haus. Gehen ist mir zu langsam, Auto fahren, naja, also es sprechen ja zu viele Gründe dagegen: Es ist laut, stinkt (das weiss ich vor allem deshalb, weil ich Fahrrad fahre) und Geduld, um einen Parkplatz zu suchen, habe ich sowieso nicht. Tramfahren ist zwar eine Tradition in Basel. Und es fährt auch beinahe überall hin zu fast jeder Zeit, aber mein Fahrrad ist eben doch schneller.

Das sind die Gründe, weshalb ich mein Fahrrad so liebe. Es steht abfahrbereit vor meinem Haus, ich fahr los, wenn's pressiert etwas schneller, sonst gemütlich. Ich muss mir keine Gedanken machen, wie ich jetzt Benzin sparen kann – das Fahrrad ist und bleibt zusammen mit meinen Füssen das ökologischste Verkehrsmittel überhaupt. Unterwegs schlängle ich mich mit meinem Gefährt zwischen den stehenden Autos durch, fahre in Gegenrichtung durch (für Fahrräder erlaubte) Einbahnstrassen, nehme Abkürzungen, die für's Auto nicht möglich sind, und wenn ich ankomme, ja dann komme ich eben an, stell das Velo ab und fertig. Nichts mit Parkplatz suchen. Nichts mit «ichmussnochvonderhaltestelleinsbürohetzen». Das Fitnessprogramm für den Tag ist auch gleich erledigt. Und wem's zu schwitzig wird, für den gibt's ja das in Basel viel erprobte E-Bike. Weiteres Ausprobieren an der Fahrradmesse twoo, vom 13.-15. und 20.-22. April 2012. Gute Fahrt!

Welches ist Ihr treuester Begleiter für unterwegs und wieso? Was sind Ihre Freuden und Leiden unterwegs in Basel? Mein Fahrrad und ich, wir freuen uns auf Ihre Anekdoten.

*von N. Martin

Hommage an mein Velo
Geliebtes Fahrrad

2012-03-27

Earth Hour am 31. März weltweit und in Basel

Von umweltundenergie @ 15:45 [ Allgemein ]
Ob in Basel oder in Bejing. Am kommenden Samstag, 31. März um 20.30 Uhr geht in Tausenden Städten rund um die Welt für eine Stunde das Licht aus. Die Beleuchtung von öffentlichen Wahrzeichen wird gelöscht, sei es die Oper in Sidney oder das Basler Münster. Über 5000 Städte haben letztes Jahr mitgemacht. Hauptziel ist es, den Ruf nach mehr Klimaschutz sichtbar zu machen.

An der Earth Hour 2012 sind erstmals alle grösseren und auch viele kleinere Schweizer Städte dabei. In der Schweiz heisst es aber nicht nur «Licht aus». Vielmehr gibt es konkrete Anstösse zum Handeln. Unter dem Motto «Ich tu's wenn du es tust», fordern sich Menschen gegenseitig zum Handeln auf.

So kann man mit dem Basler Regierungspräsidenten Guy Morin eine Wette abschliessen: Er lädt am kommenden Samstag um 10 Uhr zu einer Stadtführung ein und zeigt seine Lieblingsorte, wenn sich 1000 Personen verpflichten, eine Stromspar-Steckerleiste anzuschaffen. Die Schriftstellerin Donna Leon schliesst eine Wasserwette ab, der Schweizer Eishockeyspieler Yannick Weber fährt mit dem Velo zum Training, wenn 1000 Personen eine Woche ihr Auto stehen lassen. Auch Firmen machen mit. Ikea ersetzt in ihrer Filiale Spreitenbach den Rasenmäher und stellt 6 Schafe ein, wenn 500 Personen ihre alte Glühlampe ersetzen. Selbstverständlich kann jede Privatperson ein eigenes Versprechen plazieren oder die Wette einer anderen Person annehmen.

Nehmen Sie eine Wette an? Wie finden Sie die Selbstverpflichtung zur sofortigen Klima-Tat?
logo Earth Hour chinesisch
Für mehr Klimaschutz auf der ganzen Welt

2012-03-13

"Reforms of Reforms" – der langwierige Prozess effiziente Energiepolitik umzusetzen

Von umweltundenergie @ 15:23 [ Energie ]
Gastbeitrag von Hannes Weigt, Assistenzprofessor für Energieökonomie und
Leiter der Forschungsstelle Nachhaltige Energie- und Wasserversorgung (FoNEW*).
>weigt 400
In den letzten Jahren hat Energiepolitik faktisch einen Boom erlebt und ist zu einem der bestimmenden politischen Themen ‚aufgestiegen‘. Inzwischen ist es, selbst wenn man mit der Materie vertraut ist, nicht ganz einfach einen Überblick über all die Ziele und Massnahmen zu behalten. Erschwerend kommt hinzu, dass Energie als eine Art Schmiermittel nahezu alle Lebensbereiche erfasst und durchdringt. Entsprechend sind auch viele Energiepolitikmassnahmen miteinander verflochten. Teils sind diese Verflechtungen positiv und verstärken die gewünschten Effekte, teils ist das Gegenteil der Fall, teils kennt man die Interaktion vorher, teils stellt man sie erst im Nachgang fest (was für uns Wissenschaftler natürlich ein herrliches Betätigungsfeld ist).

Darüber hinaus gibt es die klassischen Probleme bei der praktischen Umsetzung von Politikmassnahmen: oft funktionieren sie nicht ganz so wie gedacht, manchmal besser als erhofft und bisweilen werden sie sogar von der Realität eingeholt. Und natürlich spielen bei energiepolitischen Entscheidung auch Wirtschaftsinteressen, Verteilungseffekte, Preisauswirkungen und allgemeine Interessenlagen eine Rolle; politische Realität und ökonomische/ökologische Effizienz gehen nicht immer Hand in Hand. Letztlich ist Energiepolitik keine einmalige Angelegenheit, bei der man alles auf einen Streich erledigt, sondern erfordert permanente Aufmerksamkeit, um aktuelle Entwicklungen aufzunehmen. Im Zuge der Liberalisierung von Strommärkten wurde dies einmal sehr passend als ‚Reforms of Reforms‘ bezeichnet.

Nun ist also wiedermal ‚die Politik‘ gefragt. Es ist ihre Aufgabe, eine massgeschneiderte Energiepolitik für Stadt/Region/Land/Welt zu zaubern und eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung zu gewährleisten. Das ist zwar schwer, weil komplex, aber nicht unmöglich.

Wie aber kommt die aktuelle Energiepolitik beim Endkunden, Steuerzahler, Unternehmer, sprich beim Menschen an? Haben Sie den Eindruck, dass ‚die Politik‘ weiss, wohin sie will und wie sie dahin kommt? Geht es Ihnen zu schnell oder zu langsam, oder haben Sie vielleicht inzwischen den Überblick verloren?

*Die FoNEW wurde erst 2011 gegründet. Sie soll die bereits bestehenden Kompetenzen vernetzen und die Vorreiterrolle der Region Basel in der Energiepolitik aktiv unterstützten. In ihrer interdisziplinären Form ist sie in der Schweiz einzigartig.

2012-02-21

Elektroautos - prägen sie das künftige Strassenbild?

Von umweltundenergie @ 14:18 [ Mobilität ]
Noch sind die Baslerinnen und Basler zurückhaltend, wenn es um den Kauf eines Elektroautos geht. Wieso eigentlich? Die Technik geht in rasanten Schritten voran: Längst sind die ersten Serienfahrzeuge auf dem Markt. Das Image vom Elektroauto, das nur Pioniere und Bastler nutzen und kaufen, ist längst vorbei. Dass wir das Elektroauto selbst anschieben müssen, ist auch überholt.

In Basel fährt die Firma gb consult zur Zeit im Rahmen des Projekts EMobilitätBasel den ersten Plug-In-Hybrid – eine Kombination von Elektromotor und Verbrennungsmotor. Der Elektromotor greift bei den innerstädtischen kurzen Distanzen, Überlandfahrten sind mit dem Verbrennungsmotor möglich.

Basel-Stadt fördert die vierrädrige Elektromobilität für Firmen mit dem Sorglospaket und für Private mit dem Carsharing-Projekt eshare. Ziel der Förderung ist es, Autos mit Verbrennungsmotor mit effizienteren (sofern mit Ökostrom betriebenen) Elektroautos zu ersetzen. Wenn denn das Auto überhaupt nötig ist. Denn der schnellste und effizienteste «Motor» bleibt die eigene Muskelkraft.

Die Technik ist da, die Angebote auch. Warum würden Sie auf ein Elektroauto umstellen? Oder wieso tun Sie's nicht? Was bräuchten Sie, damit Sie eben doch umsteigen würden?
E-Lieferwagen
Der E-Lieferwagen. Ideal als innerstädtisches Servicefahrzeug.

2012-02-08

Hörenswürdigkeiten gesucht!

Von umweltundenergie @ 09:57 [ Lärm ]
Ob wir es wollen oder nicht: Hörend sind wir mit der Welt verbunden. Stimmen, Geräusche und Musik geben uns Auskunft über unsere Umwelt. Räume erfühlen wir zunächst mit dem Hörsinn, erst in zweiter Linie mit den Augen.

Leises Blätterrauschen und die Fliessgeräusche auf einer der Basler Fähren haben entspannende Wirkung auf unseren Organismus. Laute, vor allem auch plötzlich auftretende Geräusche, wie das Aufheulen eines Autos oder einer Bohrmaschine erleben wir als Lärm. Unser Gehör ist heute noch genau wie vor tausenden von Jahren angepasst an die Naturgeräusche vergangener Zeiten. Hochfrequente und ungewohnte Geräusche wie Feuerprasseln bei einem Brand signalisierten, dass Gefahr in Verzug ist. In der Menschheitsgeschichte hat das immer bedeutet: Nicht mehr denken, weglaufen! Zwar hat sich die Geräuschkulisse der modernen Welt grundlegend verändert. Doch genau wie dazumal lösen laute und störende Geräusche auch heute Stressreaktionen aus und beeinträchtigen Wohlbefinden und Gesundheit.

Wie gut, haben wir Mitten in unserer Stadt noch genug Ruheräume. Diesen akustischen Schatzkammern wollen die Lärmexpertinnen und -experten des AUE nun auf die Spur kommen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Lärm sammeln sie Hörenswürdigkeiten und stille Orte, die zu Klangspaziergängen verwoben werden. Am Aktionstag (25. April) wird der Klangspezialist Andres Bosshard auf Soundseeingtour einladen und unsere Ohren öffnen (Details folgen).

In diesem Zusammenhang bitten wir Sie um Ihre Aufmerksamkeit für den akustischen Stadtraum: Schenken Sie Basel ein Ohr und verraten Sie uns hier Ihre persönlichen Hörenswürdigkeiten, die öffentlich zugänglichen stillen Orte Basels. Sei es der Brunnen auf dem Messeplatz, das erholende Klangerlebnis auf einer Fähre, im Giraffenhaus vom Basler Zoo oder im Botanische Garten, die Orte dürfen eine ganz besondere akustische Atmosphäre haben.

Wir freuen uns auf Ihre Mitteilungen. Sie werden selbstverständlich vertraulich behandelt, wenn Sie das wünschen.

Münsterfähre
Akustisches Highlight Münsterfähre: Gluckern und Plätschern

2012-01-23

Ernährungswende

Von umweltundenergie @ 08:38 [ Allgemein ]
Grosse Aufmerksamkeit erhielten in den letzten Wochen Berichte über das Phänomen des "Containerns". Auch Dumpster Diving genannt, bezeichnet die Mitnahme weggeworfener Lebensmittel aus Abfallcontainern von Supermärkten und Fabriken. Die Nahrungsmittel werden meist wegen abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdaten, Druck- und Gammelstellen oder als Überschuss und aus optischen Gründen weggeworfen.

Was zunächst nur wie Respektlosigkeit gegenüber Lebensmitteln aussieht, ist vielmehr ein unseliges Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, so sieht es Joao Ameida. Er zeigte in seiner Master-Studie in Sustainable Development an der Uni Basel auf, dass jährlich ein Drittel an essbaren Lebensmitteln für die Schweiz* im Abfall landet oder vergärt, kompostiert oder verbrannt wird.

In dem kürzlich angelaufenen Kinofilm 'Taste the Waste' geht es um das ganze Ausmass der Lebensmittelverschwendung rund um den Globus: Während in vielen Teilen der Welt Menschen mit Mangelversorgung und Unterernährung zu kämpfen haben, und selbst Grundnahrungsmittel kaum verfügbar sind, werden KonsumentInnen hierzulande von Billigangeboten und einer scheinbar grenzenlosen Produktvielfalt überschwemmt, von dem ein Grossteil dann im Müll landet.

Die Autoren des Buches 'Die Essensvernichter' haben berechnet, dass wir mit der Halbierung des Lebensmittelmülls ebenso viele Klimagase sparen würden, wie wenn jedes zweite Auto stillgelegt werden würde. Ihr Lösungsvorschlag lautet: sparsamer leben, Energien effizienter und Böden nachhaltiger nutzen und bewusster mit sich und der Umwelt umgehen. Auch das EU-Parlament fordert am letzten Donnerstag 19. Januar nun auch dringend Maßnahmen, um die Lebensmittelverschwendung in der EU bis 2025 um die Hälfte zu verringern.

Für eine bäuerliche nachhaltige und gesunde Landwirtschaft demonstrierten am vergangenen Samstag, 21. Januar in Berlin Zehntausende von VerbraucherInnen, BäuerInnen, Tier- und UmweltschützerInnen, entwicklungspolitische Organisationen und kirchliche Verbände. Sie forderten anlässlich der Internationalen Landwirtschaftsmesse 'Grüne Woche' eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik.

Die Nachrichten über Lebensmittelskandale und Fehl-und Mangelernährung reissen nicht ab. Braucht es nach der Energiewende nun eine Ernährungswende?
Brot
*Derzeitige Verschwendung in der EU: 89 Mio. t pro Jahr (179 kg pro Kopf)
Prognose für 2020 (bei anhaltendem Trend): 126 Mio. t pro Jahr (40 % Zuwachs)
(Quelle: Europäische Kommission)


2012-01-03

Wir sind dann mal hier

Von umweltundenergie @ 15:54 [ Mobilität ]
"Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii, ging nie durch San Francisco in zerrriss'nen Jeans. Ich war war noch niemals richtig frei, einmal verrückt sein und aus allen Zwängen flieh'n…." Udo Jürgens erzählt in seinem Lied von Sehnsüchten, Träumen und dem Wunsch, die Welt zu erobern.

Heute, 30 Jahre später, kennt die Generation seiner Kinder und Enkel alle möglichen fernen Länder wie Neuseeland, Südostasien, Kanada und grosse Städte wie Dehli und New York. Fernreisen sind erschwinglich geworden. Es ist kein Luxus mehr, auf den Seychellen am Strand zu liegen. Reisen mit dem Billigflieger ist eine massenhafte, warenförmige, globale Erscheinung geworden.

Dabei sind Flugreisen der Klimakiller Nr. 1 im Tourismus. Ein Flug nach Thailand schlägt z.B. mit 6,5 Tonnen CO2 pro Passagier zu Buche. Das forum anders reisen empfiehlt deshalb eine 3-Jahres-Formel: je einmal in die Ferne, einmal innerhalb Europas und einmal Urlaub im eigenen Land.

Mal hierbleiben und wirklich entschleunigen, statt Events und Party auf Mallorca? Langsam reisen und einmal Europa erkunden mit dem guten alten Interrail? Und wenn schon weit weg, dann ökologisch, fair und länger verweilen. Für Fairness und Respekt gegenüber Umwelt und Menschen setzt sich z.B. der Arbeitskreis Tourismus und Entwicklung mit Sitz in Basel ein. Zukunftsfähig reisen heisst für ihn: Zeit nehmen, fairer Austausch, Nutzen für die Einheimischen, faire Preise, Respekt vor Lebensgrundlagen.

Liegt Ihr diesjähriges Urlaubsziel in der weiten Ferne nebenan, auf dem Bauernhof im Emmental, in den Bergen, im Kloster? Oder zieht es Sie in die Eco-Lodge nach Ecuador oder Costa Rica? Entschleunigen, fernes Abenteuer oder Fluchtpunkt all inclusive? Was können Sie weiter empfehlen?
Goms
Feriengrüsse von hier (Region Goms im Schweizer Kanton Wallis)

2011-12-19

Oh Tannenbaum

Von umweltundenergie @ 10:21 [ Allgemein ]
Um den Weihnachtsbaum in der Stube kommt man zum Weihnachtsfest bei uns in den gemässigten Breiten kaum herum - es sei denn man geht in den Wald und feiert vor Ort Waldweihnachten. Wegen ihrer guten Haltbarkeit ist die Nordmanntanne hierzulande besonders beliebt. Sie wird neuerdings übrigens auch nach Abu Dhabi und Dubai per Flugzeug exportiert und kitschig geschmückt sogar bis nach China geschifft – als Symbol für Wohlstand und Shopping-Kultur.

Eine Million Christbäume werden jährlich in der Schweiz verkauft. Davon werden nach Angaben des Beobachter 60 bis 80 Prozent von weit hergeholt, mehrheitlich aus Plantagen in Dänemark und Deutschland. Diese Bäume sind konfektionierte Massenware, die unter Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden angebaut werden. Farbverstärker sollen sie noch grüner machen, als sie schon sind.

Wer die Umwelt schonen will, setzt auf heimische Bäume. Mit einer 14 Meter hohen Fichte als Symbol zur Förderung der einheimischen Christbaumproduktion empfehlen sich die IG Suisse Christbaum und Waldwirtschaft Schweiz auf dem Berner Bundesplatz. Egal, ob Weisstanne, Fichte, Nobilistanne oder Schweizer Nordmannstanne, ihre Ökobilanz ist auch ohne Biolabel besser, als von Bäumen, die durch ganz Europa transportiert wurden. Ebenfalls empfehlenswert sind Bäume mit dem Bio- und FSC-Label oder eben dem Label IG Suisse Christbaum.

Die Forstverwaltung der Bürgergemeinde der Stadt Basel verkauft beim Werkhof hinter der Endstation der Tramlinie 3 in Birsfelden auch in diesem Jahr noch bis zum 23. Dezember (täglich 13 bis 18.30 Uhr) Bäume, Äste und Brennholz. Alle Holzprodukte stammen aus den eigenen Waldungen und aus einer Kultur im Baselbiet. Im Allschwiler Wald beim "Ziegelhofhag" kann man am 23. Dezember (13 bis 16 Uhr) noch heimische Weihnachtsbäume bekommen. Lokaler ist wohl nur noch die Fichte aus dem Blumentopf vom heimischen Balkon.

Welchen Tannenbaum werden Sie am Heiligabend besingen?
Tannenbaum
Tannenbaum im Rathaus von Basel

2011-12-06

Maximal reduzieren

Von umweltundenergie @ 11:22 [ Allgemein ]
Die 2000 Watt-Gesellschaft ist bis ca. 2075 machbar, wenn wir alle Optionen nutzen. So lautet die Prognose zu den energetischen Potentialen für Basel-Stadt. Entscheidende Stellschraube auf dem Weg zu einer 2000-Watt-Gesellschaft ist ein Dreiklang aus Energieeffizienz, erneuerbarer Energie und ein suffizienter, genügsamer Lebensstil. Zwei der drei Klänge sind derzeit tonangebend: Mit grossen Anstrengungen wird Energie besser ausgenutzt und z.B. Häuser energetisch gedämmt. Ausserdem soll der Wärme- und Strombedarf überwiegend aus erneuerbaren Energiequellen, wie Wasser-, Wind und Solarkraft gedeckt werden.

Gleichzeitig werden Geräte und Fahrzeuge zwar immer sparsamer, aber dafür sehr viel schwerer, grösser und mehr. In der Summe steigt der Energieverbrauch trotz Einsparungen. Das ist die Rebound-Wirkung, der Bumerang-Effekt der Energieeffizienz.

Wenn wir am Klimaziel bis 2050 festhalten und die Erderwärmung in Grenzen halten wollen, braucht es auch den dritten Klang: Suffizienz. Energieeffizienz und erneuerbare Energien allein reichen nicht. Wir müssen weniger Energie verbrauchen und uns von der Wegwerfgesellschaft abwenden.

Effizienz bedeutet neue Technologien, Suffizienz heisst Umdenken. Und das fällt uns meist nicht leicht und es ist unpopulär. Dabei meint Suffizienz nicht einfach nur Verzicht, sondern den richtigen Weg finden zwischen Mangel und Übermass. Das Thema ist heikel. Denn wie viel ist genug – beim Wohnen, beim Einkaufen, bei der Mobilität etc.?

Erst eine Minderheit ist der Ansicht, dass die Industrieländer mit ihrem Lebensstandard die Natur übernutzen und sind bereit, einen Suffizienz-Beitrag zu leisten. Die 5 bis 10 % freiwillig Veränderungsbereiten sind vor allem in der sozialen Mittelschicht zu suchen, heisst es in einer Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie. Und Veränderungen brauchen Zeit und Auseinandersetzung, damit das erforderliche 'Weniger' an Strom, Kalorien, Flugmeilen, Fahrzeugkilometern, Raumtemperaturen zu einem 'Mehr' an Lebensqualität und Lebenszufriedenheit wird.

Weniger, langsamer, regionaler – wie tönt das in Ihren Ohren? Und wie geht das im realen Leben? Wir freuen uns auf Ihre Meinung.
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