2010-03-15

Mythen aus dem Reich der Abfallwirtschaft

Von umweltundenergie @ 14:59 [ Abfall ]
Als Ammenmärchen bezeichnet man ein weit verbreitetes falsches Wissen. Genauso wie es nicht stimmt, dass Augen beim Schielen stehen bleiben können oder man von Cola schwarze Füsse bekommt, ist es populärer Irrtum, dass die Kehrichtverbrennungsanlage für ihren Betrieb Heizöl einspritzen muss, seit das brennbare Papier separat gesammelt wird.

Denn weder Öl noch Papier sind notwendig, damit der Abfall brennt - und auch kein Glas. Eine Glasflasche, die im Kehricht landet, verbrennt in der Kehrichtverbrennungsanlage nicht, weil Glas einen höheren Schmelzpunkt als die Temperatur des Ofens hat. Das Glas verlässt den Ofen unverändert und wird mit der Kehrichtasche deponiert: Dadurch wird Deponieraum verbraucht und der Wertstoff für das Recycling geht verloren.

Der Abfall besteht zu einem Grossteil aus Kunststoffverpackungen und hat darum heute einen Brennwert wie Braunkohle! Die Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) wird in Basel in das Fernwärmenetz eingespiesen und heizt damit einen Grossteil der Wohnungen unsere Stadt.

Nur wenn der Verbrennungsofen zu Reinigungs- und Reparaturzwecken abgestellt wird, muss er danach mit Öl angefeuert werden. Und wenn das Feuer mal brennt, dann brennt's. Darum gehören z.B. Glasflaschen in die Recyclingstation wie viele andere Wertstoffe auch, und nicht in den Abfallsack.

Ein weiterer typischer Fall von Ammenmärchen ist die Behauptung, dass die Sackgebühr nicht wirklich die Abfallmenge verringert. Richtig ist, dass seit der Einführung der Sackgebühr im Jahre 1993 sich die Gesamtmenge der Basler Abfälle, die in der Kehrichtverbrennungsanlage verbrannt werden mussten, um rund 30% verringert hat. Gleichzeitig hat sich die Menge der separat gesammelten Wertstoffe verdoppelt.

Ammenmärchen halten sich hartnäckig. Welche Geschichten über die Abfallwirtschaft kennen Sie? Wir freuen uns über weitere Überlieferungen.

Tipp: Richtig entsorgen von A bis Z

Hochkamin der Kehrichtverbrennungsanlage
Hochkamin der Müllverbrennunganlage Basel

2010-03-02

Kleider für die Seele

Von umweltundenergie @ 11:21 [ Abfall ]
Sie brauchen dringend ein neues Frühlings-Outfit? Jetzt schnell durch die Stadt stöbern, sich von Schaufenster zu Schaufenster in den Bann ziehen lassen. Sie wollen gut aussehen und ein neues Outfit hebt das Selbstvertrauen. Und das bei Tiefstpreisen. Der boomende Modemarkt bietet ja immer mehr neue Kleidungsstücke zu Schleuderpreisen an.

Eigentlich ist der vergangene Februar ja der Monat, um zu neuen Einsichten, neuen Perspektiven und Klärungen zu kommen. (Februar leitet sich her vom lateinischen februare = reinigen, säubern). Auch wenn es schon Anfang März ist, machen Sie doch vor dem Shoppen noch schnell eine kleine Selbstanalyse, denn Schönheit kommt ja bekanntlich von innen: Zu viele ungeliebte Kleider zuunterst im Schrank? Zu schade zum Wegwerfen? Budget zu klein oder keine Lust mehr auf unfair produzierte und ressourcenbelastende Billigware?

Am 14. März 10 können Sie nämlich Ihre ausgemusterten gut erhaltenen Klamotten zum Verschenken in die Offene Kirche Elisabethen bringen. An der Frauenkleider – Tauschbörse suchen Sie sich so viel anderes aus, wie Sie wollen. Spiegel und Umkleidemöglichkeiten sind vorhanden. Und wem nicht egal ist, zu welchen Bedingungen Frauen am anderen Ende der Welt unsere Kleidung herstellen, kann das mit einer Spende für die 'Clean Clothes Campaign' zum Ausdruck bringen. Immerhin sollten beim Neukauf eines wirklich "cleanen" Kleidungsstückes, Arbeitsrechte und Umweltschutz gleichermassen umfassen, fair und öko!

Mit dieser ungewohnten, aber immer mehr in Mode kommenden Veranstaltung setzen sich die Offene Kirche Elisabethen und das Amt für Umwelt und Energie für einen selbstbestimmten, kreativen und gleichwohl sozialverträglichen wie ressourcenleichten (Lebens-)Stil ein. Angesichts der Umweltkrise ist die weit verbreitete Haltung 'Geiz ist geil' von vorgestern, weil sie ausblendet, dass für billige Massenware immer irgendjemand anders dafür draufzahlt, sei es Mensch, Tier oder Umwelt.

Müssen Ihrer Meinung nach die Konsumenten ihr Verhalten überhaupt ändern? Immerhin geht es um Arbeitsplätze und die Ankurbelung der Konjunktur. Oder finden Sie, dass über Verbraucherverantwortung derzeit noch viel zu wenig diskutiert wird?


Alarmstufe 3

2010-02-08

Das AUE ist an der Mustermesse Basel

Von umweltundenergie @ 09:58 [ Allgemein ]
Sie ist immer wieder für Neuentdeckungen, Unbekanntes, Lehrreiches, Interessantes gut: Die Mustermesse Basel MUBA, die am letzten Freitag begonnen hat und bis am 14. Februar läuft. Mit dabei sind verschiedene Abteilungen vom Amt für Umwelt und Energie. So können Sie am FCB-Stand in der Halle 2 beim Torwandschiessen ein 'Team-4-Clean-T-Shirt' gewinnen – wenn Sie mit Können und Köpfchen den richtigen Ball ins richtige Entsorgungsloch treffen. Oder Sie besuchen die Energiedetektive und lernen von Kindern und Jugendlichen alles übers Energiesparen. Und wussten Sie, dass die Stände an der NATUR-Messe nach ökologischen Kritereien ausgezeichnet werden?

Vielleicht schauen Sie ja auch schon sehnsüchtig dem Frühling entgegen und möchten ausprobieren, wie es sich auf einem Elektro-Fahrzeug anfühlt. Dann besuchen Sie doch den Stand des Elektro Fahrzeug Service EFS, der zusammen mit dem AUE vor der Halle 1 stationiert ist. Dort können Sie während den normalen Öffnungszeiten einen E-Roller oder ein E-Bike ausprobieren und alles über diese leisen, umweltfreundlichen Flitzer erfahren.

opernsänger E-Bike
Der Opernsänger Rado Hanak - singend auf dem E-Bike

Das Amt für Umwelt und Energie unterstützt Elektro-Zweiräder im Rahmen vom Projekt NewRide, einem Programm von EnergieSchweiz mit verschiedenen Partnern in der ganzen Schweiz. Damit sollen Bewohnerinnen und Bewohner von Basel-Stadt motiviert werden, weg vom Auto, Motorrad oder Vespa z.B. auf energie- und schadstoffarme E-Bikes und E-Scooter umzusteigen.


Elegant und leise unterwegs mit Elektrorollern

Übrigens: Wer ein E-Bike oder einen E-Scooter kauft, wird belohnt. Das AUE vergütet 10% des Kaufpreises beim E-Scooter und beim E-Bike. Die Treibstoffkosten werden ebenfalls für 2 Jahre vergütet, und zwar in Form von IWB Solarstrom mit Zertifikat: Für das E-Bike 120 kWh/ zwei Jahre, für den E-Scooter 280 kWh/zwei Jahre.

Gleichzeitig geben Ihnen unsere Energyguides auch gerne Auskunft über die Energytours auf beispielsweise dem E-Bike durch Basel-Stadt. Dort wird gezeigt, was der Kanton in Sachen Energiepolitik und Nachhaltigkeit alles so unternimmt.

Was halten Sie von E-Bikes und E-Scooter? Möchten Sie selber einmal das faszinierende Gefühl des lautlosen Antriebs erleben oder spüren, wie sich Ihre Kraft beim Velofahren verdoppelt? Oder spricht für Sie beim Radeln alles für bewährte Muskelkraft? Wir freuen uns auf Ihre Meinung.

Flyer Förderprogramm E-Bikes und E-Scooters, Energytours

2009-12-18

Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?

Von umweltundenergie @ 14:48 [ Allgemein ]
Immer mehr Menschen unserer Nonstop-Gesellschaft nehmen regelmässig Psychopharmaka. Bei nur einem Zehntel der Betroffenen liegt eine psychische Erkrankung vor. Die Mehrheit nimmt die Medikamente, um in ihrem Alltags- und Berufsleben funktionieren zu können. Stressforscher fürchten, dass das 21. Jahrhundert das der Depressionen und Erschöpfungssyndrome sein wird. Angst und Betäubung bestimmt unsichtbar das Denken und Handeln unserer Welt mit.

Kein Wunder, bei all dem Zeitdruck am Arbeitsplatz, ewiger Hetze beim Einkaufen und dem Stress in der Freizeit. Und täglich nimmt das Tempo zu. Als ein Lebewesen mit einer begrenzten Zeitspanne sieht sich der moderne Mensch einer verlockenden Fülle von Weltmöglichkeiten gegenüber. Durch Selbstbeschleunigung suchen wir, Zeit zu gewinnen, um mehr von der Welt zu haben nach dem Motto: 'Alles gleichzeitig, überall'.

Anders lautet, ein wenig verkürzt, die Definition von Nachhaltigkeit: "Heute nicht auf Kosten von morgen. Hier nicht auf Kosten von anderswo". Dieses Leitbild, nämlich die Idee, einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Ressourcen, beinhaltet explizit die zeitliche Dimension im vorsorgenden Sinn: Eine Politik der Nachhaltigkeit sorgt dafür, dass die gegenwärtige Gesellschaft nicht auf Kosten ihrer Kinder lebt – weder ökologisch noch finanziell.

Doch die Welt sieht anders aus. Wir leben unter der Herrschaft der Zeit und der sich immer schneller drehenden Wachstumsspirale. Die aktuelle Wirtschaftskrise ist nur die äussere Widerspiegelung der tiefen inneren Erschöpfung. Was machen wir falsch? Oder anders gefragt: Wie kommt das Neue in die Welt? Was müssen wir ändern?

Veränderung wird von den meisten Menschen mit Verzicht gleichgesetzt. Doch wer 'Verzicht' sagt, meint damit, dass der Stauts Quo das Optimum ist, an dem nicht herumgeschraubt werden darf. Doch erfordert nicht eher unsere gegenwärtige Lebensweise grosse Einschränkungen? Schon heute verzichtet unsere Gesellschaft auf vieles, etwa ruhige Städte mit sauberer Luft zum Atmen, auf kurze Anfahrtswege, auf unversiegelte Grünflächen und gesunde Lebensmittel.

Wenn also Wirtschaft und Politik (noch) nicht vom Dogma des ewig steigen sollenden Wirtschaftswachstums lassen wollen, hindert das den oder die Einzelne jedenfalls nicht daran, das eigene Leben und den eigenen Sinn immer wieder neu zu erfinden. Gewinn durch weniger Hektik, weniger Mobilität, weniger Konkurrenzkampf. Dafür mehr Zeit für Musse, Familie, Freunde und mehr Einfühlung für die Probleme entfernt lebender Menschen, statt ungebremst im Hamsterrad mitzulaufen.

Alles zu seiner Zeit oder allzeit bereit? Was finden Sie? Wir freuen uns sehr auf Ihre Meinung.

Hinweis: Nonstop. Eine Ausstellung über die Geschwindigkeit des Lebens.

Zeit
Von der Zeitnot...

Blumenuhr
....zum Zeitwohlstand:
"(...)wir lassen alle Uhren zerschlagen, alle Kalender verbieten und zählen Stunden und Monde nur nach der Blumenuhr, nur nach Blüte und Frucht." Aus: Georg Büchner. Leonce und Lena.

2009-12-09

Basel fährt nach Kopenhagen

Von umweltundenergie @ 14:17 [ Allgemein ]
Die Schweiz bekommt den Klimawandel überdurchschnittlich zu spüren. So ist hier die mittlere Temperatur seit 1970 bereits um rund 1,5 Grad Celsius angestiegen. Gemäss Szenarien der Wissenschaftler bedeutet eine Erwärmung global von 2 Grad bis ins Jahr 2050, im Alpenraum Schweiz eine Erwärmung bis 4 Grad im Vergleich zu 1990!

Die direkten und indirekten Folgen sind vielfältig. So wird davon ausgegangen, dass im Winter die Niederschläge um 10% zu- und im Sommer um 20% abnehmen werden. Entsprechend gravierend sind die Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wasserhaushalt, Anpassungsdruck auf Flora, Fauna und Wälder. Und: Mit Extremereignissen muss gerechnet werden. Ausserdem wird durch hohe sommerliche Temperaturen die menschliche Gesundheit stark belastet.

Die Schweiz hat aus diesen Gründen grosses Interesse an einer globalen Klimapolitik. An der UNO-Klimakonferenz vom 7. bis 18. Dezember 2009 in Kopenhagen (COP 15) setzt sie sich für ein verbindliches und umfassendes Abkommen ein, das Industrie- und Schwellenländer in die Pflicht nimmt. Konkret beinhaltet das Verhandlungsmandat der Schweizer Delegation, dass sie ihren Treibhausgasausstoss bis 2020 um 20 Prozent bis 30 Prozent in Bezug auf 1990 senken will. Bis 2050 sollen es mindestens 50 Prozent sein. Die Schweiz verlangt zudem von den Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien namhafte Verpflichtungen. Nach dem Willen der Schweiz soll das neue Klimaabkommen zudem die internationalen Flug- und Schifffahrtsemissionen regeln und auch die Landwirtschaft einbeziehen. Ausserdem will die Schweiz, dass in Kopenhagen Lösungen gefunden werden, wie die Entwicklungsländer beim Erhalt ihrer Wälder unterstützt werden können.

Im ersten Teil der UNO-Klimakonferenz werden sich Expertinnen und Experten mit strittigen Punkten des Vertragswerkes auseinandersetzen. Danach greifen dann die Politiker und Politikerinnen in die Verhandlungen ein. Die Schweizer Delegation wird von Bruno Oberle, Direktor des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) angeführt.

Neben den Regierungschefs reisen in der zweiten Verhandlungswoche auch Bürgemeister zum 'Climate Summit for Mayors', dem Klimagipfel für Bürgermeister aus allen Kontinenten in die dänische Hauptstadt. Am Bürgermeister-Gipfel soll die wichtige Rolle der Städte beim Klimaschutz hervorgehoben werden. Denn über 70% aller Treibhausgasemissionen werden in urbanen Zentren emittiert. Basel wurde als Modellstadt für Klimaschutz eingeladen, vertreten von Regierungspräsidenten Guy Morin. Er und seine Delegation –Jürg Hofer (Leiter Amt für Umwelt und Energie), David Thiel (Vorsitzender der Geschäftsleitung der IWB) und Jens Alder (designierter Verwaltungsratspräsident der IWB)– werden Basel als Vorzeigestadt präsentieren, die seit 30 Jahren auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzt. Am Mittwochmorgen, den 16. Dezember veranstaltet Basel einen Workshop, der 20 Grosstädte aus dem Süden einbezieht. Er dient dem Informations- und Erfahrungsaustausch über die Nutzung von Klimaschutz-Mechanismen für die Finanzierung von Projekten. "Wir nehmen am Climate Summit for Mayors teil, um uns mit den Städten zu solidarisieren und um von anderen Städten zu lernen, wie sie ihren lokalen Beitrag zum Klimaschutz anpacken". (Guy Morin)

Von welchen Erfahrungen könnte Basel schon jetzt lernen? Was würden Sie der Basler Delegation an den Bürgermeister-Gipfel mitgeben? Wir freuen uns auf Ihre Empfehlungen.

COP15
15th Conference of Parties on the United Nations Framework Convention on Climate Change - kurz: COP 15

2009-12-01

Eskimo* in Basel

Von umweltundenergie @ 08:33 [ Allgemein ]
Seit Jahrtausenden haben die Menschen im Norden ihr Feuer mit Öl von Tieren, wie der Robbe und dem arktischen Delfin entfacht. Nie zuvor war es für die Innuit Grönlands vorstellbar gewesen, ein Feuer mit Holz zu entzünden, das in Grönlands Erde gewachsen ist. Bis vor wenigen Jahren wuchs in Grönland kein Strauch höher, als einen halben Meter. Doch die Klimaerwärmung, die in diesem Land kein Zukunftsszenariao, sondern allgegenwärtige Realität ist, hat wahr werden lassen, was sich zuvor niemand vorstellen konnte: Heute, erstmals seit 20 000 Jahren erreichen die Zwergweiden eine Höhe von 2 Metern.

Und am 19. Juli diesen Jahres war es deshalb soweit: Zu Füssen des Grönländischen Gletschers wurde erstmals das Heilige Feuer entzündet. An dieser 'Sacred Fire Ceremony' nahmen Schamanen und Älteste indigener Kulturen aus aller Welt teil. Daneben noch europäische und amerikanische Gäste. Unter ihnen befand sich auch Jane Goodall, UN-Friedensbotschafterin und weltbekannte Schimpansenforscherin. Gastgeber war Angaangaq Angakkorsuaq, ein Ältester der Eskimo-Kalaallit und Vertreter der arktischen Ureinwohner bei den Vereinten Nationen.

Für unseren westlich geschulten Verstand wird dieses eigentümliche Treffen am Fusse des Gletschers unwillkürlich mit vielen Fragezeichen versehen. Und doch, die Idee dahinter ist eingängig und die Worte von Angaangaq, dem spirituellen Oberhaupt der Ureinwohner von Grönland sind denkwürdig: "Wir müssen lernen, weise mit unserem Wissen umzugehen. Aber dafür müssen wir einen weiten Weg zurücklegen – den weitesten Weg, den es für den Menschen gibt: Den Weg vom Kopf zum Herz".

Leben in Ehrfurcht vor der Erde. Leben im Einklang mit den Gesetzen der Natur. Leben mit der Weisheit der Vorfahren, die masszuhalten wussten. Leben im Bewusstsein der umfassenden Einheit aller lebenden Wesen. Alles in allem ein Ruf zu einer Kultur der Herzens und der Liebe, aber auch der Tatkraft und des Mutes. "Allein der gute Wille und die Gebete der Schamanen werden die Welt nicht ändern", sagt Angaangaq. "Der Klimawandel ist nicht aufzuhalten. Taten müssen folgen". Am Freitag, 4. Dezember hält Angangaaq in Basel einen Vortrag und bietet am 5. und 6. Dezember Seminare an.

Brauchen wir einen spirituellen Klimawandel, um der Erderwärmung standzuhalten? Was können wir tun, um unser Wissen weise zu nutzen? Oder finden Sie politische und wirtschaftliche Aktionen erfolgversprechender für einen Wandel und Sätze, wie 'der Stimme unseres Herzens zu folgen' eher was für Träumer? Wir freuen uns sehr auf Ihre Meinung.

*Da der Begriff „Eskimo“ teilweise abwertend empfunden wird, gibt es Bestrebungen, diese Bezeichnung generell durch „Inuit“ zu ersetzen. Die Verwendung des Begriffs „Eskimo“ ist rückläufig, „Inuit“ ist jedoch kein Synonym. (Wikipedia)
Angangaaq
Angaangaq will die Mitgestaltungskräfte jedes Einzelnen aktivieren.

2009-11-23

Ruhe, bitte!

Von umweltundenergie @ 16:46 [ Lärm ]
Ein Tiger hat im September diesen Jahres in einem Zoo in Vietnam einen Arbeiter zerfleischt. Das Raubtier sprang über einen zweieinhalb Meter hohen Elektrozaun seines Geheges und griff zwei Arbeiter an. Offenbar hatte sich der Tiger vom Lärm eines Krans gestört gefühlt, den die Arbeiter beim Pflanzen von Bäumen einsetzten.

Die Wirkung von Lärm auf Tiere ist, soweit überhaupt bekannt, nicht immer dieselbe.
Schädigungen durch Lärm bei Tieren reichen - je nach Tierart und Lärmform - von einer Erhöhung der Aufmerksamkeit und der Herzfrequenz über Ausweichbewegungen und teilweise lebensgefährlichen Gehörschäden bis zu Aborten, panischer Flucht mit gelegentlichen Todesfolgen und zur Vertreibung oder Schädigung ganzer Populationen. Entlang stark befahrener Strassen nisten nachweislich deutlich weniger Singvögel als in vergleichbaren Lebensräumen ohne Lärmbelastung.

Für uns Menschen empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO einen Lärmpegel von durchschnittlich nicht mehr als 55 Dezibel tagsüber und 45 Dezibel nachts. Doch diese Werte werden in einer Stadt durch Strassen- und Bahnlärm sowie durch den Lärm von Lüftungs- und Klimaanlagen häufig überschritten. Auch die in dieser Jahreszeit gern eingesetzten Laubbläser und Rasentrimmer erzeugen oft deutlich über 100 Dezibel. Benutzer von Laubbläsern tun deshalb Gut daran, einen Gehörschutz zu tragen, doch wer schützt die lärmgeplagten Anwohner vor diesen Ungetümen?

Denn der Körper reagiert auf Lärm mit der Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortison und Adrenalin, wodurch sich der Stoffwechsel verändert. Das Herz schlägt schneller, man wird angespannter, aggressiver, und der Muskeltonus verändert sich. Gut war das früher, wenn im Gebüsch der Säbelzahntiger raschelte. Ein permanenter Spannungszustand ist allerdings ziemlich ungesund.

Wo bleibt bei diesen beunruhigenden Facts das Menschenrecht auf Ruhe? Und wie kommen wir dorthin und wo fangen wir an? Beim Warentransport von einer Weltgegend in die andere? Oder beim Verbot von Laubbläsern und dem Flugverkehr? In öffentlichen Diskussionen, die sich mit anstehenden Veränderungen befassen, meldet sich spätesten nach einer Viertelstunde jemand und teilt mit: "Ja, Verbesserungen sind hier ohne Zweifel notwendig, aber 'die Leute' wollen ja auf nichts verzichten und deshalb ist jede Veränderung hier völlig unrealistisch". Und schon meldet sich der nächste und fragt, ob man denn allen Ernstes Verzicht predigen wolle, und wie man dazu komme, anderen Menschen vorschreiben zu wollen, was diese zu tun und zu lassen haben.

Was sagen Sie? Brauchen wir ein Recht auf Ruhe? Oder gehört Ihrer Meinung nach ein gewisser Lärmpegel genau so zu einer lebendigen, wirtschaftlich aktiven Stadt, wie der Pulsschlag beim Menschen? Auf welche Kompromisse müssten wir uns einlassen? Welche Veränderungen bräuchte es? Wir freuen uns auf Ihre Meinung.

Veranstaltungshinweis: Recht auf Ruhe. 24.11. im Kollegienhaus der Uni Basel

Ruhezone
Foto: Cisco Ripac

2009-11-16

Tun wir genug?

Von umweltundenergie @ 14:35 [ Energie ]
Nicht einmal 300 Jahre ist es her, als regenerative Energien die Energieversorgung der Erde vollständig deckten. "In gut 200 Jahren wird die weltweite Energieversorgung ziemlich sicher auch wieder vollständig kohlendioxidfrei sein. Denn bis dahin sind spätestens auch die letzten Vorkommen an fossilen Energieträgern erschöpft", behauptet Prof. Volker Quaschning von der THNW Berlin.

Doch eine kohlendioxidfreie Energieversorgung muss uns deutlich früher gelingen. Schaffen wir es nicht, die Notbremse zu ziehen, werden die katastophalen Folgen des Klimawandels unser heutiges Vorstellungsvermögen weit überschreiten. Nach Ansicht des Professors für regenerative Energie haben wir noch maximal 100 Jahre dafür Zeit. Für ihn lautet die Lösung: Regenerative Energien. Diese wären in der Lage, in nur wenigen Jahrzehnten unsere gesamte Energieversorgung vollständig zu übernehmen.

Auch der Bund konzentriert sich auf verbesserte Energieeffizienz und einen vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien. Denn mit unseren heutigen gut 6000 Watt Energieleistung pro Kopf brauchen wir hier in der Schweiz zu viel Energie. Deshalb gibt es immer mehr Kantone und Gemeinden, die die 2000-Watt-Gesellschaft in ihren politischen Leitlinien verankert haben. Basel-Stadt war einer der Ersten, der die Thematik aufgegriffen und zum Schwerpunkt im Politikplan gemacht hat.

Dennis Meadows, Autor des Buches 'Die Grenzen des Wachstums, das 30-Jahre-Update', 2009 ist ebenfalls davon überzeugt, dass die Energieversorgung zum Haupthema werden wird – und deshalb bald niemand mehr über den Klimawandel sprechen wird. Doch neue effiziente Technologien können unser Problem nicht lösen, meint er. Vielmehr liegt das Problem beim Bevölkerungswachstum und unserem zu hohen Lebensstandard. Denn die Reichen wollen von ihrem Wohlstand nichts preisgeben. Und die Armen wollen auf energieintensiven Wohlstand nicht verzichten, den ihnen die Reichen vorleben. Deshalb geht Meadows noch einen Schritt weiter: Er möchte eine echte Diskussion über Wachstum und seine (ökologischen) Grenzen führen.

Das Klimaproblem lässt sich nicht aussitzen. Wie kommen wir runter mit dem Primärenergiebedarf? Glauben Sie, dass uns eine kohlendioxidfreie Energieversorgung mit Innovationen und technologischem Fortschritt gelingt? Wo müssten wir dabei die Segel setzen? Oder dürfen wir die ökologischen Grenzen nicht mehr länger hinausschieben - und müssen folglich unser Verhalten ändern? Auf was setzen Sie? Wir freuen uns auf Ihre Meinung.

Es geht doch: Erstes Fahrgastschiff Alsterwasser der Welt mit Brennstoffzelle
Es geht doch! FCS Alsterwasser. Erstes Fahrgastschiff der Welt mit Brennstoffzelle.
Die grössten Hebel
Quelle: Jan Aberle, www.utopia.de
Und wo fange ich an?

2009-10-28

Baustoff Holz. Renaissance einer Ressource?

Von umweltundenergie @ 19:03 [ Allgemein ]
Holz ist eine Form der Sonnenenergie. Deshalb wird die Ressource Holz wieder vermehrt zum Zuge kommen, sagen Experten. Zwar deckt Holz gesamtschweizerisch derzeit bloss 3,6 Prozent des Energieverbrauchs. Doch der steigende Ölpreis und moderne Feuerungen haben den Brennstoff aus dem Wald wieder zu einem konkurrenzfähigen Energieträger gemacht. – Darüber hinaus liegt Holzarchitektur erneut im Trend nach ganz oben.

Unter dem Titel 'Holz. Baustoff der Zukunft?' veranstalten Novatlantis – Nachhaltigkeit im ETH Bereich, der Kanton Basel-Stadt und die Fachhochschule Nordwestschweiz am kommenden Mittwoch, 4. November, wie jedes Jahr im Herbst, das Novatlantis Bauforum. Hier sollen die Chancen und Herausforderungen der zukunftsträchigen Ressource 'Holz' in Praxis und Forschung vorgestellt werden. Das Novatlantis Bauforum versteht sich als Plattform und Schrittmacher für nachhaltiges Bauen.

Die Tagung richtet sich an Verantwortliche für Immobilienportfolios von privaten und institutionellen Investoren, Pensionskassen und Bauherrschaften sowie Architekten und Planer. Sie bietet einen hochinteressanten Einblick in die neusten Entwicklungen des Baustoffes Holz aus Forschung und Praxis aus den Bereichen Bauen, Energieversorgung, Mobilität und Raum und Ressourcen.

So kann man erfahren, ob Holz wirklich so CO2-neutral ist, wie immer behauptet wird und wie innovativ der Baustoff Holz wirklich ist, wenn es um Energieefizienz geht. Ausserdem kann man ein modernes Holzverarbeitungsbetrieb besichtigen oder sich über innovative Holzverarbeitung und modernste Holzarchitektur mit Beispielen aus der Praxis informieren.

Passt Holzarchitektur Ihrer Meinung nach ins Stadtbild einer modernen Stadt, wie Basel? Würden Sie sich mit dem Baustoff Holz auf den Weg machen zu einer 2000-Watt-Gesellschaft oder ist das aus Ihrer Sicht eher ein sicherer Holzweg? Wir freuen uns auf Ihre Meinung.

Holzhaus
Neu hausen im Holzhaus

2009-10-21

Die Welt neu erfinden.

Von umweltundenergie @ 16:25 [ Allgemein ]
Im kommenden Dezember soll an der Klimakonferenz in Kopenhagen ein ambitioniertes Klimaabkommen unterzeichnet werden. Vor diesem Hintergrund hat sich das Amt für Umwelt und Energie entschieden, den Film 'HOME' am Mittwoch, 25. November im kult.kino Camera zu zeigen - ein Film über den Zustand der Erde mit faszinierenden Bildern aus der Vogelperspektive von Yann Arthus-Bertrand. Denn: 'Wir leben in einer alles-entscheidenden Zeit. Wissenschaftler sagen uns, wir hätten nur 10 Jahre, um unsere Lebensweise zu ändern, um das Aufzehren von Rohstoffen zu verhindern und um eine katastrophale Entwicklung des Weltklimas zu verhindern'. (Yann Arthus-Bertrand).

'HOME' ist eine Hymne auf unseren Planeten und ein zerbrechliches Gleichgewicht. Mit Bildern aus der Vogelperspektive nimmt uns Yann Arthus-Bertrand auf seine Reise rund um die Welt in über 50 Länder mit zu einem bisher unveröffentlichten Blick auf unsere Erde. Jedes Bild führt uns das vor Augen, was wir gerade zerstören, und alle die Wunderwerke, die wir noch erhalten können. Der Film macht uns bewusst, dass wir unseren Blick auf diese Welt ändern müssen. 'Ich habe den Film 'HOME' gedreht, um Veränderungen herbeizuführen…Veränderung macht glücklich, wenn man für eine besser Zukunft arbeitet.…..Es ist zu spät für Pessimismus. Wir wissen sehr wohl, dass es Lösungen gibt. Es liegt in unserer Macht, den Wechsel herbeizuführen. Worauf warten wir noch?' (Yann Artus-Bertrand).

In diesem Sinne wollen wir nach dem Film noch einen Schritt weiter gehen. Denn immer mehr Menschen sind verunsichert, da immer deutlicher wird, dass die ökologische Krise nicht mehr abzuwenden ist. Mit einem kurzen Input wird Frau Dr. J. Behringer, Studienleiterin Tagungszentrum Boldern auf Chancen der ökologischen Krankheit dieser Welt jenseits von Ohnmacht und Ausweglosigkeit aufmerksam machen. Diskutieren und erfinden Sie die Welt neu mit am Mittwoch, 25. November. 16.30 bis 18.30 Uhr. kult.kino Camera, Rebgasse 1. Anschliessend Apéro. Der Eintritt ist frei. Es sind noch knapp 40 freie Plätze gratis zu vergeben. Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns über Ihre Anmeldung.

Mehr Informationen und Film 'HOME' auf YouTube.
DVD 'HOME' zum Ausleihen bestellen.

Mutmachende Veranstaltung zum Thema 'Wandel, Bestand, Veränderung':
'Mensch ändere dich nicht!? Eine Spielanleitung für den Wandel'. Kongress am 14. und 15. November im congress center basel.

Bilder des bekanntesten Luftbildfotografen der Welt.

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