2012-02-08

Hörenswürdigkeiten gesucht!

Von umweltundenergie @ 09:57 [ Lärm ]
Ob wir es wollen oder nicht: Hörend sind wir mit der Welt verbunden. Stimmen, Geräusche und Musik geben uns Auskunft über unsere Umwelt. Räume erfühlen wir zunächst mit dem Hörsinn, erst in zweiter Linie mit den Augen.

Leises Blätterrauschen und die Fliessgeräusche auf einer der Basler Fähren haben entspannende Wirkung auf unseren Organismus. Laute, vor allem auch plötzlich auftretende Geräusche, wie das Aufheulen eines Autos oder einer Bohrmaschine erleben wir als Lärm. Unser Gehör ist heute noch genau wie vor tausenden von Jahren angepasst an die Naturgeräusche vergangener Zeiten. Hochfrequente und ungewohnte Geräusche wie Feuerprasseln bei einem Brand signalisierten, dass Gefahr in Verzug ist. In der Menschheitsgeschichte hat das immer bedeutet: Nicht mehr denken, weglaufen! Zwar hat sich die Geräuschkulisse der modernen Welt grundlegend verändert. Doch genau wie dazumal lösen laute und störende Geräusche auch heute Stressreaktionen aus und beeinträchtigen Wohlbefinden und Gesundheit.

Wie gut, haben wir Mitten in unserer Stadt noch genug Ruheräume. Diesen akustischen Schatzkammern wollen die Lärmexpertinnen und -experten des AUE nun auf die Spur kommen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Lärm sammeln sie Hörenswürdigkeiten und stille Orte, die zu Klangspaziergängen verwoben werden. Am Aktionstag (25. April) wird der Klangspezialist Andres Bosshard auf Soundseeingtour einladen und unsere Ohren öffnen (Details folgen).

In diesem Zusammenhang bitten wir Sie um Ihre Aufmerksamkeit für den akustischen Stadtraum: Schenken Sie Basel ein Ohr und verraten Sie uns hier Ihre persönlichen Hörenswürdigkeiten, die öffentlich zugänglichen stillen Orte Basels. Sei es der Brunnen auf dem Messeplatz, das erholende Klangerlebnis auf einer Fähre, im Giraffenhaus vom Basler Zoo oder im Botanische Garten, die Orte dürfen eine ganz besondere akustische Atmosphäre haben.

Wir freuen uns auf Ihre Mitteilungen. Sie werden selbstverständlich vertraulich behandelt, wenn Sie das wünschen.

Münsterfähre
Akustisches Highlight Münsterfähre: Gluckern und Plätschern


Kommentare

Schneider - markus.schneider [at] gmx.ch
2012-02-08 15:19:14

Ihr Blog ist ja wunderbar. Als gäbe es nicht andere Probleme in dieser Stadt. Ich denke der Staat soll sich um andere Sachen kümmern. Die vergeistigte Selbstbefriedigung überlassen wir doch leiber der offenen Kunst- und Literaturszene. Die machen das besser und günstiger mit weniger akademischen Pirouetten.

Lieber Gruss von einem Steuerzahler!

Markus Schneider

Susann Schliszio - susann.schliszio [at] bs.ch
2012-02-14 10:36:02

Man spricht darüber den Münsterplatz zu beleben. Warum muss der belebt werden? er lebt doch von seiner Grösse und Weite und der Stille, seiner Geschichte. wo gibt es das überhaupt sonst in Basel. und gerade in der heutigen Zeit, wo alle ständig mit irgendwas beschäftigt sind und mit irgendwelchen Nebengeräuschen bis lautem Lärm belästigt werden, sind solche wunderbaren und wunderschönen Stadtoasen einfach Gold wert.
Können wir Ruhe und Stille nicht mehr aushalten? oder soll dort einfach auch der Kommerz einziehen (Buvette)?

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